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Wie findest du die beste Betriebshaftpflicht für Elektriker?

Elektriker vergleicht Versicherungsangebote am Laptop

Du willst dein Elektrohandwerk absichern und hast einen Stapel Angebote vor dir, die im Preis weit auseinanderliegen. Der eine Tarif kostet 340 Euro im Jahr, der nächste 820 Euro. Beide tragen den Namen Betriebshaftpflicht. Trotzdem trennen sie im Schadenfall Welten. Wer nur auf die Jahresprämie schaut, wählt oft die Police, die genau dann aussteigt, wenn es teuer wird.

Warum wird der billigste Tarif im Schadenfall oft zur teuersten Entscheidung?

Ein günstiger Beitrag entsteht meist durch niedrige Deckungssummen, enge Sublimits und lange Listen mit Ausschlüssen. Solange nichts passiert, merkst du davon nichts. Reißt dein Monteur beim Schlitzestemmen eine Wasserleitung auf und durchnässt zwei Etagen, zeigt sich der wahre Wert deiner Police. Deckt sie den Schaden nur bis 50.000 Euro und liegt die Rechnung bei 90.000 Euro, zahlst du die Differenz aus eigener Tasche. Die 480 Euro Ersparnis beim Beitrag werden so zum teuersten Posten deines Geschäftsjahres.

Vor dem ersten Preisvergleich stehen deshalb diese Kernfragen:

  • Wie hoch ist die pauschale Deckungssumme für Personen- und Sachschäden?
  • Sind deine tatsächlichen Tätigkeiten wörtlich mitversichert?
  • Welche Beträge stehen hinter den einzelnen Sublimits?
  • Wie lange gilt der Schutz nach Betriebsaufgabe noch nach?

Wie hoch sollte deine Deckungssumme wirklich sein?

Die Deckungssumme ist der Betrag, bis zu dem der Versicherer im Ernstfall zahlt. Manche Billigtarife locken mit 3 Millionen Euro pauschal. Das klingt nach viel und reicht bei einem Brandschaden mit Personenschaden schnell nicht mehr aus. Bei Arbeiten an fremden Gebäuden greifen im Elektrohandwerk Summen von 10 Millionen Euro als sinnvoller Standard. Achte darauf, dass die Summe pauschal für Personen- und Sachschäden gilt und nicht auf einzelne Schadenarten aufgeteilt wird. Eine hohe Gesamtsumme nützt dir wenig, wenn für Sachschäden intern nur ein Bruchteil vorgesehen ist.

Welche Tätigkeiten muss deine Police ausdrücklich einschließen?

Ein Standardtarif für „Elektroinstallation“ deckt längst nicht alles ab, was ein moderner Betrieb macht. Photovoltaik und Batteriespeicher gelten bei vielen Versicherern als erhöhtes Risiko und stehen ohne ausdrücklichen Einschluss außen vor. Dasselbe passiert bei Smart-Home-Technik, Ladeinfrastruktur für E-Autos und beim 24-Stunden-Notdienst. Prüfe, ob deine Angebotsbereiche wörtlich in der Police auftauchen.

Diese Tätigkeiten solltest du im Vertrag namentlich wiederfinden:

  • Montage und Anschluss von Photovoltaikanlagen
  • Installation und Verkabelung von Batteriespeichern
  • Smart-Home- und Gebäudeautomation
  • Wallboxen und Ladepunkte für Elektrofahrzeuge
  • Wartung, Prüfung und Notdienst außerhalb der regulären Zeiten
  • Arbeiten auf fremden Baustellen und in bewohnten Gebäuden

Was verbirgt sich hinter den Sublimits im Kleingedruckten?

Sublimits sind Obergrenzen für bestimmte Schadenarten innerhalb der Police. Genau hier entscheidet sich, ob dein Schutz im Alltag trägt. Für Elektrobetriebe zählen vor allem drei Bereiche. Tätigkeitsschäden entstehen an dem Objekt, an dem du gerade arbeitest, etwa wenn beim Bohren die Fassade beschädigt wird. Bearbeitungsschäden betreffen die konkret bearbeitete Sache. Leitungs- und Kabelschäden treffen dich fast täglich, sobald du in Wänden und Böden arbeitest. Steht hier nur eine niedrige Summe, greift der Schutz oft nicht weit genug.

Wichtig sind außerdem Vermögensfolgeschäden. Fällt durch einen Verdrahtungsfehler die Kühlung eines Lebensmittellagers aus und verdirbt die Ware, ist das ein Folgeschaden aus deiner Arbeit. Ohne diesen Baustein bleibst du auf der Forderung sitzen.

Woran erkennst du im Vergleich einen starken Tarif?

Die folgende Übersicht zeigt dir Kriterium für Kriterium, wie sich ein schwacher von einem guten Tarif unterscheidet:

VergleichskriteriumSchwacher TarifGuter Tarif
Deckungssumme3 Mio. € pauschal10 Mio. € pauschal
Photovoltaik und Speichernur auf Anfrage oder ausgeschlossenvoll eingeschlossen
Tätigkeitsschädenbis 15.000 €bis 100.000 € und mehr
Bearbeitungsschädenbis 25.000 €bis zur Deckungssumme
Leitungs- und Kabelschädenbis 50.000 €bis 250.000 €
Vermögensfolgeschädenausgeschlossenbis 500.000 €
Nachhaftung3 Jahre10 Jahre oder unbegrenzt
Selbstbeteiligung500 € je Fall0 bis 150 € je Fall
Passiver Rechtsschutzeingeschränktvoll enthalten

Warum lohnt sich der Blick auf Nachhaftung passiven Rechtsschutz und Beitragsstabilität?

Manche Fehler zeigen sich erst Jahre später. Ein unsauber gesetzter Klemmpunkt kann nach fünf Jahren einen Schwelbrand auslösen. Die Nachhaftung regelt, wie lange dein alter Vertrag für solche Spätschäden noch einsteht, nachdem du ihn gekündigt oder den Betrieb aufgegeben hast. Zehn Jahre oder unbegrenzt sind hier deutlich stärker als drei Jahre.

Der passive Rechtsschutz arbeitet für dich, sobald jemand eine unberechtigte Forderung stellt. Der Versicherer prüft den Fall und wehrt ungerechtfertigte Ansprüche auf eigene Kosten ab, notfalls vor Gericht. Achte zusätzlich auf die Beitragsstabilität. Ein Lockangebot im ersten Jahr bringt wenig, wenn der Beitrag danach kräftig steigt oder der Versicherer nach dem ersten Schaden kündigt. Ein guter Schadenservice mit fester Ansprechperson und schneller Regulierung entscheidet im Ernstfall über Tage statt Wochen Stillstand.

Welche Angaben musst du beim Antrag korrekt machen?

Dein Beitrag richtet sich nach Jahresumsatz, Mitarbeiterzahl und dem Tätigkeitsspektrum deines Betriebs. Genau diese Angaben sind die Grundlage des Vertrags. Gibst du deinen Umsatz zu niedrig an, um Beitrag zu sparen, kürzt der Versicherer im Schadenfall die Leistung anteilig. Verschweigst du den Notdienst oder die PV-Montage, steht der entsprechende Schaden komplett außerhalb des Schutzes. Melde Änderungen wie neue Mitarbeiter oder ein neues Tätigkeitsfeld immer zeitnah. Eine ehrliche Kalkulation kostet dich etwas mehr Beitrag und erspart dir im Ernstfall die böse Überraschung.

Wie sieht eine Beispielrechnung mit echten Summen aus?

Stell dir einen Elektrobetrieb mit zwei Monteuren und 220.000 Euro Jahresumsatz vor. Über den Notdienst installiert das Team eine Photovoltaikanlage samt Speicher. Ein Verdrahtungsfehler löst Wochen später einen Schwelbrand im Dachstuhl aus. Der Sachschaden am Gebäude liegt bei 85.000 Euro, dazu kommen 20.000 Euro für die durch den Ausfall verdorbene Warmwasser- und Heiztechnik als Folgeschaden.

So unterschiedlich fällt das Ergebnis je nach Tarif aus:

  • Billigtarif für 340 Euro im Jahr mit PV-Ausschluss: Der Versicherer lehnt ab, weil die Photovoltaikmontage nicht mitversichert war. Der Betrieb trägt die vollen 105.000 Euro selbst.
  • Solider Tarif für 780 Euro im Jahr mit PV-Einschluss und 10 Mio. Euro Deckung: Der Versicherer reguliert Sachschaden und Vermögensfolgeschaden bis auf die Selbstbeteiligung von 150 Euro.

Die jährliche Mehrausgabe von 440 Euro steht einem verhinderten Verlust von über 100.000 Euro gegenüber. So klar liest sich der Unterschied zwischen Preis und Wert.

Warum vergleicht ein ungebundener Makler besser als ein Preisportal?

Ein Vergleichsportal sortiert nach Beitrag und blendet die Feinheiten der Bedingungen aus. Genau in diesen Bedingungen liegt für Elektrobetriebe der Unterschied. Ein ungebundener Makler wie COVAGO ist an keinen Versicherer gebunden und legt die Tarife mehrerer Anbieter nebeneinander. Er liest die Sublimits, prüft die Tätigkeitsliste gegen dein reales Leistungsspektrum und erkennt Ausschlüsse, die dir im Angebotstext gar nicht auffallen. So bekommst du einen Tarif, der zu deinem Umsatz, deinen Mitarbeitern und deinen Baustellen passt.

Nutze diese Checkliste, bevor du unterschreibst:

  • Deckungssumme von mindestens 10 Mio. Euro pauschal vereinbart
  • Alle deine Tätigkeiten wörtlich in der Police genannt
  • Sublimits für Tätigkeits-, Bearbeitungs- sowie Leitungsschäden geprüft
  • Vermögensfolgeschäden eingeschlossen
  • Nachhaftung von zehn Jahren oder länger
  • Selbstbeteiligung und passiver Rechtsschutz geklärt
  • Umsatz und Mitarbeiterzahl ehrlich angegeben
  • Bedingungen und nicht nur Beiträge von mehreren Anbietern verglichen

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Johannes Haumann
Über den Autor

Johannes Haumann

Johannes betreut Elektrobetriebe von der Gründung bis zum Betrieb mit mehreren Kolonnen. Sein Schwerpunkt liegt auf Haftpflichtkonzepten für das Elektrohandwerk mit Photovoltaik, Speichern und Gebäudetechnik. Er prüft bestehende Verträge auf Lücken und stellt für jeden Betrieb den passenden Schutz zusammen.

j.haumann@covago.de +49 (0) 821 89 98 27-17
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