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Was sind Nachbesserungsbegleitschäden beim Elektriker?

Elektriker öffnet eine Wand für den Zugang zu verdeckten Leitungen

Du hast eine Leitung in der Wand verlegt, der Verputzer hat sie zugeputzt, der Maler hat gestrichen und der Fliesenleger die Küche fertig gemacht. Vier Wochen später steht fest: Die Leitung hat einen Fehler und muss neu. Um überhaupt an sie heranzukommen, musst du Putz aufstemmen, Fliesen abschlagen und die frische Tapete aufreißen. Die neue Leitung zahlst du selbst. Aber wer trägt die Kosten für die zerstörte Wand? Genau hier setzen Nachbesserungsbegleitschäden an, und dieser Baustein entscheidet im Elektrohandwerk oft über vier- bis fünfstellige Summen.

Was sind Nachbesserungsbegleitschäden beim Elektriker überhaupt?

Ein Nachbesserungsbegleitschaden entsteht, wenn du dein eigenes fehlerhaftes Werk ausbessern musst und dabei zwangsläufig fremde, mangelfreie Gewerke beschädigst. Die Reparatur deiner Leitung ist deine Sache. Das Aufstemmen von Wand und Fliesen und das anschließende Wiederherstellen dieser Flächen sind der Begleitschaden. Diese Begleitkosten fallen nur an, weil du an deinen Mangel herankommen musst.

Der Kniff steckt in der Trennung: Deine eigene Leistung bleibt außen vor, das beschädigte Umfeld dagegen lässt sich über einen Einschluss in der Betriebshaftpflicht absichern. Drei Merkmale kennzeichnen einen Nachbesserungsbegleitschaden:

  • Dein eigenes Gewerk weist einen Mangel auf, den du ausbessern musst.
  • Für den Zugang zum Mangel beschädigst du fremde Gewerke wie Putz, Fliesen oder Tapete.
  • Vor der Reparatur gab es keinen Sachschaden, die Flächen waren einwandfrei.

Warum zahlt die Betriebshaftpflicht die neue Leitung nicht selbst?

Deine Betriebshaftpflicht ist kein Ersatz für saubere Arbeit. Alles, was zur reinen Erfüllung deines Auftrags gehört, trägst du als Betrieb selbst. Verlegst du eine defekte Leitung, schuldest du dem Kunden vertraglich eine funktionierende Leitung. Die Nacharbeit an genau diesem Punkt ist Erfüllung, und Erfüllung ist über keine Haftpflicht der Welt versicherbar. Würde sie greifen, wäre sie eine Vollkasko für Pfusch.

Versichert ist deshalb nur das, was über die bloße Erfüllung hinausgeht. Das Material für die neue Leitung, deine Arbeitszeit am Kabel und das Prüfen der Funktion bleiben an dir hängen. Die Schäden am Umfeld, die beim Freilegen entstehen, kannst du dagegen absichern. Diese Grenze verläuft mitten durch eine einzige Baustelle, und viele Elektriker übersehen sie, bis die erste Rechnung vom Verputzer im Briefkasten liegt.

Wie grenzt sich das von Erfüllungsschaden und Mangelfolgeschaden ab?

Im Alltag werfen viele Betriebe drei Begriffe durcheinander, obwohl sie über die Deckung entscheiden. Diese Tabelle stellt sie mit einem Elektro-Beispiel gegenüber:

BegriffWas passiertElektro-BeispielVersichert?
ErfüllungsschadenDein eigenes Werk ist mangelhaft und muss neu gemacht werdenDie defekte Leitung wird ausgetauschtNein, das trägst du selbst
NachbesserungsbegleitschadenZum Zugang zum Mangel beschädigst du fremde, mangelfreie GewerkePutz aufstemmen, Fliesen und Tapete entfernen und wiederherstellenJa, über einen Einschluss
MangelfolgeschadenDein Mangel löst später einen echten Schaden an anderem Eigentum ausEin Kurzschluss setzt die Einbauküche des Kunden in BrandJa, in der Grunddeckung

Der Unterschied zwischen den letzten beiden Zeilen ist der Zeitpunkt und die Ursache des Schadens. Beim Mangelfolgeschaden richtet dein Fehler von sich aus einen Schaden an, etwa durch Brand oder Wasser. Beim Nachbesserungsbegleitschaden gab es vorher keinen Schaden, du selbst musst das Umfeld beschädigen, um an deinen Mangel zu gelangen. Ohne den passenden Einschluss fällt dir genau diese mittlere Zeile auf die Füße.

Wie sieht ein typischer Fall auf der Baustelle aus?

Nimm einen Neubau, in dem du die Elektroinstallation im Erdgeschoss übernommen hast. Eine Zuleitung im Wohnzimmer ist beschädigt und fällt nach dem Einzug aus. Die Wand ist längst verputzt, tapeziert und im angrenzenden Bad großflächig gefliest. Um die Leitung zu tauschen, führt kein Weg an der Substanz vorbei.

So verteilen sich die Kosten in diesem Fall:

  • Neue Leitung, Klemmen und deine Arbeitszeit am Kabel: rund 400 € trägst du selbst.
  • Schlitz aufstemmen, Bohren und Aufräumen: Begleitkosten der Mängelbeseitigung.
  • Putz, Tapete und Anstrich wiederherstellen: rund 2.100 € über den Einschluss.
  • Fliesen im Bad abschlagen und neu verlegen: rund 3.400 € über den Einschluss.

Aus 400 € eigener Nacharbeit werden über 5.500 € an Begleitschäden am Umfeld. Ohne Einschluss zahlst du die kompletten 5.900 €. Mit Einschluss bleibt bei dir nur der Anteil, der ohnehin deine Erfüllung war.

Wer trägt welche Kosten bei der Mängelbeseitigung?

Diese Übersicht ordnet die einzelnen Kostenarten einer Mängelbeseitigung dem jeweiligen Zahler zu:

Kostenart bei der MängelbeseitigungWer zahlt
Neue Leitung und Ersatzmaterial für dein GewerkDu als Betrieb, reine Erfüllung
Deine Arbeitszeit am eigenen MangelDu als Betrieb, reine Erfüllung
Putz aufstemmen und Fliesen abschlagen zum FreilegenBetriebshaftpflicht mit Einschluss
Wand verputzen und neu streichenBetriebshaftpflicht mit Einschluss
Fliesen und Tapete erneuernBetriebshaftpflicht mit Einschluss
Brand- oder Wasserschaden aus dem MangelBetriebshaftpflicht als Mangelfolgeschaden

Die mittleren drei Zeilen sind der Kern. Ohne den Einschluss für Nachbesserungsbegleitschäden fallen sie zurück auf dich, obwohl sie mit deinem eigentlichen Handwerk nichts mehr zu tun haben.

Warum trifft dieser Baustein gerade das Elektrohandwerk so hart?

Deine Leitungen liegen dort, wo später niemand mehr hinschaut. Sie verschwinden hinter Putz, unter Estrich, hinter Trockenbau und Fliesen. Andere Gewerke bauen auf deiner Arbeit auf und schließen sie zu. Meldet sich ein Fehler erst nach dem Einzug, steckt er meist tief in der fertigen Wand.

Diese Punkte machen den Einschluss für dich besonders wertvoll:

  • Deine Gewerke sind fast immer verdeckt und nur mit Zerstörung erreichbar.
  • An einer fertigen Wand hängen viele Nachfolgegewerke, deren Arbeit du aufreißt.
  • Fehler zeigen sich oft spät, wenn längst gestrichen und gefliest ist.
  • Die Begleitkosten übersteigen den Wert deiner eigenen Nacharbeit um ein Vielfaches.

Ein Maurer sieht seinen Fehler oft an der Oberfläche. Bei dir liegt er hinter allem, was danach gebaut wurde. Deshalb gehört der Einschluss für Nachbesserungsbegleitschäden im Elektrohandwerk zu den Bausteinen, die im Schadenfall den größten Unterschied machen.

Worauf solltest du bei deiner Betriebshaftpflicht achten?

Viele Standardtarife decken Nachbesserungsbegleitschäden nicht automatisch ab. Der Baustein taucht in den Bedingungen als eigener Einschluss auf und ist manchmal in der Höhe begrenzt. Prüfe deshalb deinen Vertrag gezielt auf diese Punkte:

  • Sind Nachbesserungsbegleitschäden ausdrücklich eingeschlossen und nicht nur der Mangelfolgeschaden?
  • Wie hoch ist die Entschädigungsgrenze für diesen Baustein und passt sie zu deinen Auftragsgrößen?
  • Gilt der Einschluss auch, wenn mehrere fremde Gewerke betroffen sind?
  • Welche Selbstbeteiligung greift im Schadenfall?

Als ungebundener Versicherungsmakler nach § 34d GewO vergleichen wir bei COVAGO die Bedingungswerke mehrerer Anbieter und achten darauf, dass dein Tarif zum Elektrohandwerk passt. Willst du wissen, ob dein aktueller Schutz diesen Baustein wirklich abdeckt? Dann prüfen wir das für dich und du kannst hier ein kostenloses Angebot anfordern.

Johannes Haumann
Über den Autor

Johannes Haumann

Johannes betreut Elektrobetriebe von der Gründung bis zum Betrieb mit mehreren Kolonnen. Sein Schwerpunkt liegt auf Haftpflichtkonzepten für das Elektrohandwerk mit Photovoltaik, Speichern und Gebäudetechnik. Er prüft bestehende Verträge auf Lücken und stellt für jeden Betrieb den passenden Schutz zusammen.

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