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Worauf solltest du bei der Betriebshaftpflicht für deinen Elektrobetrieb achten?

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Du klemmst eine Unterverteilung an, der Kunde schaltet später ein Gerät zu und die halbe EDV-Anlage raucht ab. Oder dein Monteur beschädigt beim Stemmen eine Wasserleitung und das Wasser läuft ins Parkett der darunterliegenden Wohnung. Solche Fälle kosten schnell fünfstellig, manchmal deutlich mehr. Ob deine Betriebshaftpflicht dann zahlt oder dich im Regen stehen lässt, entscheidet sich lange vor dem Schaden. Nämlich beim Vertragsabschluss und an den Stellen, die viele Elektrobetriebe nie prüfen.

Wie hoch sollte die Deckungssumme wirklich sein?

Die Deckungssumme ist der Maximalbetrag, den der Versicherer pro Schaden übernimmt. Viele Altverträge laufen noch mit einer Million Euro pauschal. Das klingt nach viel, reicht aber bei einem Brand in einem Gewerbeobjekt oder einem Personenschaden mit Dauerfolgen oft nicht. Achte auf eine pauschale Deckungssumme für Personen- und Sachschäden von mindestens drei, besser fünf Millionen Euro. „Pauschal“ ist dabei das entscheidende Wort, denn getrennte Summen für Personen- und Sachschäden können im Ernstfall zu knapp bemessen sein.

Prüf außerdem die Maximierung pro Jahr. Steht dort das Doppelte der Deckungssumme, hast du auch nach einem großen Schaden im selben Jahr noch Schutz für den nächsten.

Warum sind Bearbeitungsschäden und Tätigkeitsschäden für Elektriker so wichtig?

Genau hier scheitern die meisten Standardpolicen. Ein Tätigkeitsschaden entsteht an der Sache, an der du gerade arbeitest. Du reparierst einen Schaltschrank und beschädigst dabei die daneben verbaute Steuerung. Ein Bearbeitungsschaden trifft die Umgebung deines Arbeitsbereichs, etwa die Fassade, an der dein Kabel entlangläuft. Beides ist im Elektrohandwerk Alltag, wird in vielen Verträgen aber ausgeschlossen oder nur mit einem lächerlich niedrigen Sublimit versichert.

Ein Sublimit ist eine eigene, niedrigere Höchstgrenze innerhalb des Vertrags. Steht dein Sublimit für Bearbeitungsschäden bei 5.000 Euro, hilft dir die schöne Fünf-Millionen-Deckungssumme wenig, wenn der Schaden 40.000 Euro beträgt. Sorg für ein Sublimit von mindestens 50.000 Euro, bei größeren Objekten deutlich höher.

Sind Leitungsschäden und moderne Gewerke wie PV überhaupt abgedeckt?

Leitungs- und Kabelschäden verdienen einen eigenen Blick. Wer Wände öffnet, Schlitze stemmt oder im Erdreich arbeitet, trifft irgendwann eine fremde Leitung. Die reine Reparatur der Leitung ist das kleinere Problem, teuer werden die Folgeschäden durch austretendes Wasser oder Gas. Achte darauf, dass Schäden an Erd-, Frei- und Kabelleitungen ausdrücklich mitversichert sind, samt der daraus entstehenden Folgeschäden.

Dein Betrieb entwickelt sich weiter, dein Vertrag oft nicht. Wenn du seit 2022 Photovoltaik montierst, Speicher installierst oder Wallboxen setzt, muss das im Vertrag stehen. Viele Policen aus der Zeit davor kennen diese Tätigkeiten schlicht nicht. Diese Punkte gehören ausdrücklich in deinen Vertrag:

  • Montage und Anschluss von Photovoltaikanlagen inklusive Arbeiten auf dem Dach
  • Installation und Wartung von Batteriespeichern
  • Aufbau von Ladeinfrastruktur und Wallboxen
  • Arbeiten an Gebäudeautomation und Smarthome-Technik
  • Tätigkeiten auf fremden Betriebsgrundstücken und in laufenden Produktionsanlagen

Was passiert bei reinen Vermögensschäden ohne Sach- oder Personenschaden?

Nicht jeder Schaden ist sichtbar. Du verkabelst die Sicherheitstechnik eines Kühlhauses falsch, die Anlage fällt für einen Tag aus und die Ware verdirbt. Es brennt nichts, es tropft nichts, trotzdem entsteht ein hoher finanzieller Schaden durch die Betriebsunterbrechung deines Kunden. Solche Vermögensfolgeschäden aus mangelhafter Elektroinstallation sollten mitversichert sein, sonst zahlst du diesen Ausfall aus eigener Tasche.

Wie schützt dich der passive Rechtsschutz vor unberechtigten Forderungen?

Ein guter Teil aller Schadenmeldungen ist am Ende unberechtigt. Ein Kunde behauptet, dein Fehler habe sein Gerät zerstört, obwohl das Bauteil längst defekt war. Dein Versicherer prüft die Ansprüche und wehrt unbegründete Forderungen ab, im Zweifel bis vors Gericht. Diesen passiven Rechtsschutz übernimmt die Betriebshaftpflicht für dich. Er gehört zu den wertvollsten Leistungen überhaupt, weil er dir teure Auseinandersetzungen erspart, bevor überhaupt ein Cent Schadenersatz im Raum steht.

Was bedeuten Nachhaftung und Rückwärtsdeckung für deinen Betrieb?

Elektroschäden zeigen sich manchmal erst Jahre später. Eine schlechte Klemmstelle erwärmt sich langsam, bis es nach drei Jahren zum Kabelbrand kommt. Zwei Regelungen entscheiden, ob du dann noch Schutz hast. Die Rückwärtsdeckung greift bei Schäden aus Arbeiten, die vor Vertragsbeginn lagen, deren Folgen aber erst jetzt auftauchen. Die Nachhaftung schützt dich nach dem Ende des Vertrags, etwa wenn du deinen Betrieb an einen Nachfolger übergibst oder in den Ruhestand gehst.

Gerade bei einem Wechsel des Versicherers entstehen hier Lücken. Kündigst du alt und schließt neu ab, ohne auf die Rückwärtsdeckung zu achten, fällt ein alter Schadenfall womöglich zwischen beide Verträge. Lass diesen Übergang immer prüfen.

Wer ist neben dir eigentlich mitversichert?

Deine Gesellen verursachen die meisten Schäden, nicht du selbst. Der Vertrag muss alle mitarbeitenden Personen einschließen. Diese Gruppen solltest du im Kleingedruckten wiederfinden:

  • fest angestellte Monteure, Gesellen und Meister
  • Auszubildende und Praktikanten in deinem Betrieb
  • Aushilfen und kurzfristig Beschäftigte in Auftragsspitzen
  • mitarbeitende Familienangehörige
  • Subunternehmer, sofern du ihre Arbeiten regelmäßig vergibst

Warum entscheidet die Selbstbeteiligung über deinen Beitrag?

Die Selbstbeteiligung ist der Anteil, den du bei jedem Schaden selbst trägst. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt deinen Jahresbeitrag spürbar. Rechne das ehrlich durch. Übernimmst du die ersten 500 Euro pro Fall selbst, sparst du oft mehr an Beitrag, als dich die kleinen Schäden übers Jahr kosten. Zu hoch angesetzt frisst die Selbstbeteiligung allerdings genau den Schutz auf, den du eigentlich brauchst.

Warum muss die Tätigkeitsbeschreibung exakt zu deinem Betrieb passen?

Dieser Punkt bringt im Schadenfall die bösesten Überraschungen. Im Vertrag steht eine Tätigkeitsbeschreibung und ein angegebener Jahresumsatz. Beides bildet die Grundlage deines Beitrags und deines Schutzes. Passt die Beschreibung nicht zu dem, was du tatsächlich machst, kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern.

Ein Beispiel aus der Praxis. Im Vertrag steht „Elektroinstallation im Wohnungsbau“, du hast aber vor zwei Jahren angefangen, Industrieanlagen zu verkabeln. Passiert dort ein Schaden, verweist der Versicherer auf die enge Beschreibung. Dasselbe gilt für den Umsatz. Meldest du seit Jahren 200.000 Euro, machst inzwischen aber 600.000 Euro, spricht man von einer Unterversicherung und der Versicherer zahlt anteilig weniger. Melde Wachstum und neue Gewerke, sobald sie feste Größen in deinem Betrieb werden.

Welche Prüfpunkte solltest du vor der Unterschrift durchgehen?

Diese Übersicht bringt die wichtigsten Stellen zusammen und zeigt dir, worauf es bei jedem Punkt ankommt:

PrüfpunktWarum wichtigWorauf achten
Pauschale DeckungssummeDeckt Groß- und Personenschäden abmindestens 3 bis 5 Mio. Euro pauschal
Sublimit Bearbeitungsschädenhäufigste Schadenart im Handwerkmindestens 50.000 Euro, hoch genug für dein Auftragsvolumen
TätigkeitsschädenSchaden an der bearbeiteten Sacheausdrücklich eingeschlossen, nicht ausgeschlossen
Leitungs- und Kabelschädenteure Folgeschäden durch Wasser oder GasErd-, Frei-, Kabelleitungen samt Folgeschäden
PV, Speicher, Wallboxneue Gewerke fehlen in Altverträgennamentlich im Vertrag genannt
VermögensfolgeschädenBetriebsausfall ohne Sachschadenaus mangelhafter Installation mitversichert
Passiver Rechtsschutzwehrt unberechtigte Forderungen abPrüfung und Abwehr durch den Versicherer
Nachhaftung und RückwärtsdeckungSpätschäden und Vertragswechsellückenlose Übergänge, mehrjährige Nachhaftung
Mitversicherte PersonenMitarbeiter verursachen die meisten SchädenGesellen, Azubis, Aushilfen, Subunternehmer
Selbstbeteiligungsteuert Beitrag und Eigenanteilzum Schadenaufkommen passend wählen
Tätigkeit und UmsatzGrundlage für Beitrag und Leistungaktuell halten, Wachstum melden

Welche Lücken stecken oft in alten Verträgen?

Verträge, die zehn Jahre unverändert laufen, sind fast immer ein Risiko. Die Technik im Elektrohandwerk hat sich verändert, dein Betrieb ebenfalls. Diese Schwachstellen tauchen bei alten Policen am häufigsten auf:

  • zu niedrige Deckungssumme aus einer Zeit mit kleineren Aufträgen
  • Bearbeitungsschäden mit einem Sublimit im niedrigen vierstelligen Bereich
  • fehlende Absicherung für PV, Speicher und Ladetechnik
  • keine oder nur kurze Nachhaftung bei Betriebsaufgabe
  • ein Umsatz, der seit Jahren nicht mehr zur Realität passt
  • eine Tätigkeitsbeschreibung, die neue Geschäftsfelder nicht kennt

Wie prüfst du deinen Vertrag Schritt für Schritt?

Nimm dir deine Police und geh diese Checkliste in Ruhe durch:

  • Steht deine tatsächliche Tätigkeit korrekt und vollständig im Vertrag?
  • Passt der gemeldete Jahresumsatz noch zu deinem echten Umsatz?
  • Liegt die pauschale Deckungssumme bei mindestens drei Millionen Euro?
  • Wie hoch ist das Sublimit für Bearbeitungs- und Tätigkeitsschäden?
  • Sind Leitungsschäden samt Folgeschäden eingeschlossen?
  • Findest du PV, Speicher und Wallboxen namentlich im Vertrag?
  • Sind Vermögensfolgeschäden und passiver Rechtsschutz enthalten?
  • Gibt es eine Nachhaftung und eine Rückwärtsdeckung?
  • Sind alle mitarbeitenden Personen mitversichert?

Wo du zweimal überlegen musst oder keine klare Antwort findest, steckt ein Handlungsbedarf. Als ungebundener Versicherungsmakler nach § 34d GewO vergleichen wir deinen bestehenden Vertrag mit dem Markt und decken die Lücken auf, bevor sie im Schadenfall teuer werden. Der Vertragscheck kostet dich nichts und zeigt dir schwarz auf weiß, ob dein Elektrobetrieb richtig abgesichert ist. kostenloses Angebot anfordern

Melanie Schaser
Über den Autor

Melanie Schaser

Melanie begleitet Elektrobetriebe von der ersten Anfrage bis zur Regulierung im Schadenfall. Sie kennt die Anforderungen im Handwerk und sorgt dafür, dass im Ernstfall alles schnell und sauber läuft.

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